Bevor etwas passiert:
Auf dem Gesundheitsbogen bei der Anmeldung wird vielleicht bereits auf bekannte psychische Erkrankungen aufmerksam gemacht, setzt euch damit, bevor es richtig losgeht, schonmal auseinander. Fragt ggf. bei den Eltern nach was ihre Erfahrungen sind und ob sie euch schon Tipps geben können, wie ihr mit bestimmten Situationen umgeht.
Besprecht im Team, wie ihr damit umgehen wollt und klärt wichtige Fragen.
Zu klärende Fragen könnten sein:
- Wer fühlt sich bereit eine Panikattacke zu begleiten?
- Wer kann seelsorgerische Gespräche anbieten?
- Wann kommunizieren wir etwas mit den Eltern?
- Unter welchen Vorraussetzungen haben wir Kapazitäten dafür während der Freizeit?
Wenn etwas passiert:
Eine Panikattacke kann sehr individuell sein, wie sie sich zeigt, aber auch wie man damit umgeht.
Wie kann eine Panikattacke aussehen?
- Schneller Atem/Hyperventilation
- Apathischer Blick( > Blick ins Leere, Person wirkt geistig abwesend, weite Augen, leere Mimik)
- Schwindel & Zittern
- Starke Schweißausbrüche
Was mache ich wenn ich eine Panikattacke erkenne?
- Was könnte der Trigger (Auslöser) sein? (z.B. Menschenmenge, Lautstärke, Streit etc.
- Aus der triggernden Situation entfernen
- Kann ich die Panikattacke begleiten? Wenn nicht: dann frage jemanden nach Hilfe!
- Weiss ich, was der Person hilft? Wenn nicht: nachfragen (Ja- und Nein-Fragen können manchmal noch gut beantwortet werden)
Sonst: Ausprobieren:
- Hyperventiliert die Person? > gemeinsam ruhig atmen, Atmung anleiten
- Vor Berührung IMMER fragen (manchen hilft es total, manche triggert es noch mehr)
- Ablenkung suchen (z.B. Gespräch über willkürliche Sachen anfangen)
- Skills/Fidget Toys: z.B. Squishy, Haargummi, etwas zum Anfassen und Spielen
- Bei Dissoziation (Entkopplung von Bewusstsein, Wahrnehmung und Realität) stärkere Reize, wie z.B. Ammoniakstäbchen um die Person in die Realität zurückzuholen
- Zeigen, dass man da ist, Angst ernst nehmen und begleiten, aber auch signalisieren, dass im Grunde alles okay ist
- Spazieren gehen
Nachdem etwas passiert ist:
Die Nachsorge einer Panikattacke ist essenziell. Eine gute Nachsorge ist eine gute Vorsorge, falls es nochmal zu so einem Fall kommt. Man kann mit der teilnehmenden Person ins Gespräch gehen, um über bessere Umgangsweisen und mögliche Trigger zu sprechen.
Auch die Erziehungsberechtigten können kontaktiert werden, einmal um sie zu informieren, aber auch um vielleicht weitere Tipps zu bekommen.
Am Ende sollte es auch im Team thematisiert werden, damit alle sich besser vorbereiten können und vielleicht einmal mehr hingucken.
Fragen für Teilnehmende:
- Was hat die Panikattacke ausgelöst?
- Passiert das öfter?
- Weißt du was dir dabei hilft wieder rauszukommen?
- Was sollten wir auf keinen Fall machen?
- Ist es okay, wenn ich deine Erziehungsberechtigten darüber informiere?
Außerdem ist es auch wichtig, dass du dich um dich selbst kümmerst. Wie geht es dir jetzt danach, wie möchtest du weiterhin damit fortfahren? Suche dir eine Vertrauensperson, mit der du die Situation nochmal reflektieren kannst, die dich aber auch seelisch unterstützt.